Das OX

Das Ox liegt in einem kleinen verschlafen Dorf, mitten in der Rhön. Es ist ein Familienbetrieb, zu dem neben einem Hotel, auch eine Metzgerei, Biergarten und Restaurant gehören. An dem Restaurant angeschlossen ist ein kleines Séparée mit nur wenigen Stühlen – Das Ox

Die Sonne scheint goldgelb in der Kaminraum, es ist Ostersonntag und ich bin schon sehr gespannt was uns hier in einem kleinen Dorf, mitten in Rhön erwartet. An meine Heimat habe ich kulinarisch keine hohen Erwartungen, eher derbe, einfache Kost. Die wunderbar schmeckt, aber nichts mit der weiten Welt und feiner Küche zu tun hat. Nur um das klar zu stellen. Ich lasse fast alles stehen und liegen für eine gute Scheibe Brot mit Butter. Aber was an diesem Abend folgte hat nichts mit dem zu tun was ich erwartet hatte.

Schon beim Aperitif fängt das Menü an, es werden kleine Häppchen gereicht, Amuse Bouche mag mancher sie nennen. Salzige Kleinigkeiten wie Leberwursteis mit Schokolade, Currywurst mit Pommes (eine rohe Minimettwurst im Kartoffelmantel!), oder die Röhner Ziegenkäseauster. Witzig, frech und spannend im Geschmack, der Lust auf mehr macht. Langsam, ohne Hast wird man in eine kleine eigene Welt entführt. Man sitz auf bequemen Sesseln und freut sich auf mehr!

Das einzige was mich an diesem wunderbaren Abend wirklich gestört hat, ist die schreckliche Wandfarbe, Grasgrün mit pinken Akzenten, welche sich leider auch auf die Tischdeko ausweitete. Man könnte jetzt Argumentieren wie bei einem Laufschuh, er muss nicht gut aussehen, man muss mit Ihm laufen können. Aber das sehe ich leider nur bei Laufschuhen so. Ein Restaurantbesuch, ist ein ganzheitliche Erlebnis, die Kochkunst, ist nur ein Teil des ganzen Ensembles. Und wenn der Gastraum, des ansonsten sehr schlicht und gedeckt gehaltenen Hauses, also der Raum der die Spitze der Pyramide, ausgerecht einen geschmacklichen Ausrutscher leistet regten sich bei offen gestanden Zweifel ob das alles so  so gut Enden wird wie es anfing. Auf der Website präsentiert sich das Ox viel schlichter, dass geht also besser!

Ich habe sehr lange mit mir gehadert, ob ich das Essen fotografieren soll oder nicht. Aber die Ruhe und Entspanntheit des Abends ließen sich auch nicht durch das eine oder andere zücken des Telefons stören und Bilder sagen bekanntlich mehr als Worte. Wobei ich für mich persönlich zwei der acht Gänge herausheben mö.chte.

Metzger_Matcha

Eine sehr intensive Consommé mit Blutwurst und Spinat, die am Tisch ähnlich wie Matcha Tee zubereitet wird. Für mich ein Geschmack nach Heimat, total bekannt aber vom Aussehen und der dichte des Geschmacks völlig ungewohnt, gut und neu.

Flurgönder

Der gute Schwartenmagen in einer Ravioli, mit geschmortem Kopfsalat. Dabei war auch noch ein perfekt zubereitete Langostino, die ich nicht dazu gebraucht hätte, also ein bisschen Rhöner Surf & Turf. Das wirklich Gute daran, war aber die Erinnerung die dieses Essen bei mir hervor gerufen hat. Schwartenmagen gehört bei zu den Geschmäckern, die ich seit jeher mit Heimat und Kindheit verbinde. Das Butterbrot von Oma nach dem Schwimmbad, ein Abendbrot mit meinen Eltern. Genau das machte den Reiz für mich an diesem Gericht aus.

Es gab nichts, was nicht schmeckte, alles sah präzise gegart und angerichtet. Es war eines dieser Essen, die mir wohl ewig in Erinnerung bleiben werden

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