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Gestaltung und Kochen sind meiner Meinung nach vergleichbare Disziplinen. Beide erfordern ein hohes Maß an Kreativität, gleichen Organisationsstrukturen und Denkschemata. Doch sind Design und Küche wirklich vereinbar? Ich finde schon und die ideale Plattform hierfür bietet der Supper Club, ein Hybrid aus Restaurant und privaten Gastmahl.

 

Auf jeder Feier ist die Küche der zentrale Ort des Geschehens. Hier wird gesprochen, gelacht und diskutiert. Am Esstisch setzt sich dies fort. In vielen Kulturen ist die Küche der Ort, an dem sich die Familie trifft und austauscht. Essen und Trinken ist Teil dieses kommunikativen Aktes. Es gibt Speisen für besondere Anlässe, religiöser Feiertage und jahreszeitliche Festivitäten.

Es ist der Genuss, der uns anzieht, aber auch das Treffen und kommunizieren mit unseren Mitmenschen.Essen ist also ein Kommunikationsmodell, ähnlich anzuwenden wie in der Kommunikationsbranche. Der Koch ist der Sender, der Gastgeber oder Kellner der Übermittler (Kanal) über den das (Kommunikationsmittel) Essen zum Gast (Empfänger) gebracht wird. „Wissen und Erfahrung von Koch, Kellner und Gast beeinflussen die Rollen, die sie während einer Mahlzeit einnehmen“.Bei einer Mahlzeit hat also jeder Beteiligte seine Aufgabe, mit der man bewußt oder unbewußt das gesamte Szenario mitgestaltet. Wenn man als Gestalter mit Essen arbeitet, hat man die größtmögliche Auswahl an inszenatorischen Mitteln. Man kann nicht nur den Geschmack, das Aussehen, den Geruch, sondern auch das Gehör, die Choreografie und das Befinden des Gastes beeinflussen. Kaum ein anderes Medium bietet eine solch große Entfaltungsmöglichkeit. Man wird zum Regisseur, zum Gestalter sinnlicher Erfahrung. Hierauf gehen die nächsten Kapitel konkreter ein.

Wie viele andere Menschen, die sich für Essen interessieren, hege ich den Wunsch, irgendwann ein eigenes Restaurant oder eine Bar zu eröffnen. Doch mit der nötigen Portion Realismus betrachtet, ist das Leben als Gastronom nicht das einfachste. Zudem fehlen mir genügend Hintergrundinfos, um die Selbständigkeit zu wagen. Ich habe weder eine Ausbildung in dieser Branche genossen, noch reicht meine Erfahrung, die ich als Student in der Gastronomie gemacht habe aus, um ein eigens Lokal zu führen. Auf die Nachfrage, ob ich mir vorstellen kann, in die Gastronomie einzusteigen lautet meine Antwort stets: „ An dem Tag an dem ich mich damit abgefunden habe, immer dann zu arbeiten wenn alle anderen frei haben, 15 Stunden am Tag und sechs Tage die Woche zu arbeiten und kaum Geld zu verdienen. An dem Tag an dem meine Leidenschaft die Vernunft besiegt hat, genau an diesem Tag werde ich ja zur Gastronomie sagen. Aber vorher mache ich eine Supperclub.

Ein Supperclub ist für mich das ideale Medium, um all meine Fähigkeiten zu vereinen. Ich kann gestalten, kochen und kommunizieren. Im Bereich der Gestaltung werde ich fotografieren, Print- und Online Medien gestalten. Kochen ist seit Jahren ein großes Hobby von mir und im vergangenen Jahr habe ich durch Wettbewerbe und das Kochen in einem Bistro dieses Hobby auf ein professionelles Level gehoben, so dass ich mir nun zutraue, Menschen zu bewirten. Kommunikation ist ein weitere wichtiger Teil meiner Interessen. Durch mein Studium bin ich mir bewusst, dass jede Handlung ein Zeichen ist und dadurch auch kommunizieren kann. Die Zubereitung von Essen, sowie das Verzehren selbst, ist für mich ein kommunikativer Akt.