Pret A Diner – THE TREE HOUSE

Ein Baumhaus zu besitzen hat sich wohl jedes Kind schonmal erträumt. Und wenn man zu den glücklich gehörte die einen handwerklich geschickten Vater hatten und auch noch den passenden Baum dazu, dann wollte man auch darin leben. Leben heißt ja für Kinder in erster Linie Spielen und Essen.

Nun bin ich Anfang Dreißig und der Gedanke daran in einem Baumhaus zu essen erscheint mir immer noch als eine gute Idee. Vergangenes Wochenende war es dann soweit, dass Kind im Manne konnte im Baumhaus ein Essen zu sich nehmen und was für eines!

Das Baumhaus ist in Wirklichkeit das 25. Stockwerk eines neuen Hochhauses in Frankfurt am Main. Existiert nur wenige Wochen bevor es wahrscheinlich in eine Büroetage verwandelt wird. Das Konzept ist schon einmal in Berlin erprobt worden. Speisen werden  meisterlich angerichtet und inszeniert. Der Reiz wird zusätzlich  durch Kurzweiligkeit erhöht und Sterneköche geben etwas von ihrem Glanz ab.

Am Baustellenzaun vorbei schreitet man durch das große Atrium zu den Aufzügen und wird durch das Empfangspersonal in den 25. Stock geleitet. Dort angekommen hat man die Wahl zwischen der Galerie und dem Restaurant. Ein Stockwerk höher befindet sich ein Ableger der Frankfurter Roomers Bar. Im Restaurant hängen überall Bilder bekannter Street Art Künstler und kein Stuhl, kein Tisch gleicht dem anderen. Der Ausblick sucht wirklich seines gleichen. Das Hugos in Berlin kann vielleicht mithalten, aber keine deutsche Stadt hat so eine geniale Skyline, die sich auch so nennen darf wie Frankfurt und im Treehouse sitz man mitten drin. Am Tisch angekommen empfängt uns charmant und kein bisschen steif unser Kellner für den Abend. In légere Uniform, Chinos und Jeanshemd erklärt er das Menü und schlägt uns Weine dazu vor. Wir haben die Auswahl zwischen einem Menü von Cookie aus Berlin oder Nuno Mendes. Wir entscheiden und beide für das Menü von Nuno und schon kommt das Amusé Bouche aus der Küche geflogen. Kleine Leckereien die wunderbar angerichtet auf einer Schieferplatte drapiert sind. Keine der Leckereien war jedoch so gut das es es mir im Gedächtnis geblieben wäre. Ich hatte auch den Eindruck das es mit dem Gesamtkonzept des Menüs nichts zu tun hatte. Das Brot das dazu gerecht wurde wird in einer verschlossnen Brottüte an den Tisch gebracht und vor unseren Augen  aufgerissen, eine wunderbare Inszenierung die es lohnt sich zu merken. Die Butter war leider zu Anfang sehr hart und dadurch reichlich geschmacklos, aber das Speckbrot zusammen mit der Wallnussbutter schmeckt einfach wunderbar und passte. Den einzigen richtigen Fehler macht der Service beim servieren der Vorspeise. Viel zu schnell kommt er aus der Küche, wir sind gerade mal bei der hälfte unseres Amusé Bouche angelangt. Aber nun sind die wirklichen Stars des Abend and der Reihe.

Die Speisen:

AN ANGRY CHERRY AND HER FRIENDS GO FISHING AT GREEN RIVERS SHORE – Die Vorspeise

Makrele an Kirschgratinata,

halbgarer Fisch mit angefrorenem Kirschpüree

leicht, die Kombination paßt hervorragend. Frisch, spannend, ich möchte fast schreiben erfrischend und klar auf der Zunge.

Angerichtet ist es sehr typisch: Fisch liegt mit klecksen von Soße und einem Roten Hügel Kirschgratinata

A YOLK SHINES DOWN FROM THE HILL OF LANGOUSTINE DWELL – Zwischengang

Dieser Gang war der vom Anrichten am spannendsten. Auf einem Holzbrett, mit passenden Ausparungen für die sich drauf befindliche Konservendose und deren Deckel wird dieser Gang an den Tisch gebracht. Entdeckelt wird das ganze noch von Kellner und dann entfaltet sich dieser Wunderbare Duft von Meer Mais und Ei.

Die Langustino schmilz auf der Zunge wie warme Butter und zurück bleibt nur der Geschmack von Meer. Die Korianderkresse hat auch so eine Besonderheit, sie schmeckt erst nach Kresse und erst nach einer ganzen Weile entfaltet sich der typische, aber dennoch milde Koriandergeschmack.

A NOBLE MAN FROM IBERICO TUMBLES AND FALLS FROM SCATTERED DREAMS – Hauptgang

Schweinelendchen vom Ibericoschwein an Cacaochilipaste  griechischem Jogurt und Maisbrot.

Eigentlich reicht ein Wort: Hammer

als ich das hier schreibe ist es morgens kurz nach acht, ich habe nicht wirklich gefrühstückt und würde ohne mit der Wimper zu zucken diesen Gang jetzt so essen. Egal wann wo und wie, gebt mir MEHR!

Alles in allem war es ein Abend der mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Zum Abschluss noch eine kleine Kritik an mich. Ersten wenn mir keiner der Tische 100% gefällt der uns angeboten wird, sollte ich das auch so sagen. Der Tisch war nicht schlimm, nur das Licht war so schlecht, dass ich keine brauchbaren Fotos produzieren konnte. Also ist das Foto oben leider nicht von mir. All das Lob hierfür bitte an den namenlosen Fotografen von der Pret a Diner Facebookseite.

... nicht von mir :D

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